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Front

Mano Khalil

Die Situation in Syrien droht, völlig ausser Kontrolle zu geraten. Mano Khalil leidet von Bümpliz aus mit. Machtlos fühlt sich der Berner Filmemacher mit syrischen Wurzeln jedoch nicht.

 

Seit 20 Jahren äussert Khalil seinen Unmut über das kompromisslose und in seinen Augen faschistische Regime in Syrien. Dies hat schliesslich auch dazu geführt, dass er sein Land auf unbestimmte Zeit verlassen musste. Wäre er nicht gegangen, hätte man ihn eingesperrt. Seine Arbeit als Künstler war für die Regierung Grund genug, ihn als Terroristen und politischen Separatisten einzustufen und zu verfolgen. Dies obwohl sein Aufstand gegen die Machthaber stets friedlicher Natur war.

 

„Wenn Menschen nichts mehr zu verlieren haben, als ihr Leben, dann verlieren sie auch ihre Angst!“

In der heutigen Situation in Syrien sieht Khalil die logische Konsequenz aus der jahrzehntelangen Unterdrückung seitens des al-Assad-Clans. Er als syrischer Kurde wurde seit der Einschulung systematisch diskriminiert, durfte seine eigene Muttersprache nicht öffentlich sprechen. Für ihn war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Tropfen dieses Fass zum überlaufen bringt. Die Bilder der Brutalität aus Syrien berühren den Familienvater natürlich sehr. Traurig macht ihn auch, dass beide seine Eltern in seiner Abwesenheit starben und beerdigt werden mussten. Dies da die Einreise nach Syrien für Khalil auch mit Schweizer Pass unmöglich ist. Was wiederum auch verunmöglicht, dass der 47-Jährige Dokumentarfilme über seine Heimat drehen kann. Dies wäre ein lang gehegter Wunsch Khalils, um auf das Leben und Leiden in Syrien aufmerksam zu machen. Von Bümpliz aus versucht er dies aber trotzdem. Er sucht bewusst die Nähe zu den Medien, um die Öffentlichkeit zu informieren und zu sensibilisieren und sieht sich als Stimme der unterdrückten Syrer.

 

Kein Respekt vor dem menschlichen Leben

Für Khalil zeigt der Umgang des Syrischen Präsidenten Bashar al-Assad mit seinem Volk, dass er und sein Regierungsapparat schon längst jeglichen Sinn für Mitgefühl verloren haben und ein grausames Spiel spielen, indem das Leben eines einzelnen Menschen keinen Wert mehr hat. Eines steht für Mano Khalil deshalb fest: al-Assad muss weg und das so schnell wie möglich! Denn der Filmemacher ist überzeugt: „wenn das Regime nicht bald fällt, droht ein Bürgerkrieg“. Obwohl er Gewalt im Allgemeinen verurteilt, glaubt Khalil nicht mehr an eine friedliche Lösung in Form eines freiwillig abtretenden Diktatoren. 

Der Dokumentarfilm „Unser Garten Eden“ (2010) thematisiert die Schrebergartenkultur in Bottigenmoos in Bümpliz. Mano Khalils neustes Projekt – ein Spielfilm mit dem Titel „Die Schwalbe“ – ist bereits in Vorbereitung. wemakeit.ch/projects/die-schwalbe

 

 

Mano Khalil studierte in Damaskus Recht und Geschichte und später Regie an der Film- und Fernsehakademie in der ehemaligen Tschechoslowakei. Bis 1995 war er freier Mitarbeiter beim Tschechoslowakischen und Slowakischen Fernsehen. Seit 1996 ist er als Regisseur und Produzent in der Schweiz tätig. Heute lebt Khalil mit seiner Frau und dem 3 Monate alten Sohn in Bümpliz.

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