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Porträt

Wer ist Bernardo Albisetti?

Bernardo Albisetti. Sein Vater war FDP-Gemeinderat und Polizeidirektor der Stadt Bern, er aber hat Forstwirtschaft studiert, um dann doch am Rande politisch aktiv zu werden: BümplizWoche-Autorin Nicole Amrein traf den 47-jährigen Familienvater und Präsidenten der Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem zu einem Streifzug durch «sein» Quartier.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – könnte man denken, wenn man Ber-nardo Albisettis Lebenslauf liest: Aufgewachsen als Sohn des Berner Polizeidirektors und FDP-Politikers Marco Albisetti, Studium der Forstwissenschaften an der ETH Zürich, weiterführende Studien in Verwaltungsrecht und Verwaltungswissenschaften. Aktuell – seit vier Jahren – Sekretär des kantonalen Bau- und Justizdepartements in Solothurn. Und: Präsident der Quartierkommission von Bümpliz-Bethlehem. Fehlt eigentlich nur noch ein Exekutivamt in der Stadt Bern, aber: Bernardo Albisetti hat keine politischen Ambitionen, er hat sich stets dagegen gewehrt, mit seinem berühmten und charismatischen Vater verglichen zu werden. Und doch hat der 47-Jährige etwas Wichtiges zu Hause bei den Eltern gelernt – «nämlich, dass man sich für das Gemeinwesen einsetzen sollte, wenn man fähig ist und die Zeit dafür hat.» Genau das tut der Berner mit Vorfahren aus dem Tessin als Präsident der Quartierkommission – und das schon seit fünf Jahren. Dabei beschäftigt er sich, neben Planungs- und Verkehrsfragen, eingehend mit Themen wie dem Schulwesen («Wir müssen schauen, dass wir unsere Lehrer nicht mit zu integrativen Schulmodellen überfordern»), mit der Einwohnerstruktur («Bümpliz hat die grösste Kinderdichte der Stadt Bern und auch einen sehr hohen Ausländeranteil») – oder dem geplanten Stadtfest 2016, das nach dem Willen des Berner Stadtpräsidenten (Alexander Tschäppat) in Bümpliz stattfinden soll. Albisettis Meinung dazu: «Ich bin skeptisch, ob ein Fest den Ruf von Bern West verändert. Mir ist die Idee im Gegensatz zum Stadtpräsidenten nicht wichtig. Bern West überzeugt mich mit seiner Lebensqualität jeden Tag.»

Soviel zum «offiziellen» Bernardo Albisetti. Doch wer ist der Mann mit dem lockeren Auftritt und dem spitzbübischen Lächeln ganz privat? Wir lernen ihn in erster Linie als Radfahrer kennen. Auf und neben seinem schwarzen Drahtesel begleitet er uns auf einer Fototour durch das alte Zentrum von Bümpliz und erzählt über sich. Darüber, dass mit seinen Töchtern bereits die vierte Generation Albisetti in Bern heranwächst. Davon, dass seine Frau Miriam (46) eigentlich Staatswissenschafterin ist, im Moment aber als Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bümpliz amtet. Wir fragen nach: «Sind Sie religiös, Herr Albisetti?» Antwort: «Sagen wir es so: Ich bin bestimmt kein Atheist. Pro Jahr gehe ich so vier bis fünf Mal in die Kirche. Sie ist ein wichtiger Knotenpunkt für die soziale Gemeinschaft.»

Und wer ist der studierte Forstwirt sonst noch? «Ein vergifteter Pilzler bin ich.» Seine Leidenschaft, so der offensichtliche Natur-Freak, gehe so weit, dass seine Frau zuweilen ein Pilzverbot aussprechen müsse, weil man nicht mehr wisse, wohin mit der Ausbeute. Wobei die gesammelten Pilze alles andere als giftig sind – und eine Vergiftung hat sich der «vergiftete» Sammler auch noch nie zugezogen.

Ob er ein Auto besitze, wollen wir wissen. «Ein Auto? Nein, wir leben privilegiert in einem Zweifamilienhaus und nur zwei Minuten von der S-Bahn entfernt. Dafür habe ich zwei Velos. Mit dem Rennrad fahre ich im Sommer ab und zu zur Arbeit nach Solothurn.»

Und wie steht es mit dem TV-Konsum bei der Familie Albisetti? «Fernseher? Haben wir auch nicht. Ich bin schon ohne TV-Gerät aufgewachsen und habe dieses Medium nie vermisst.» Und wie informiert sich Bernardo Albisetti über das Weltgeschehen? «NZZ, Spiegel online, Bund und Solothurner Zeitung sind meine Stammmedien. Und wenn ich wirklich mal viel Zeit habe, lese ich gerne einen schwedischen Krimi.»

Hört der viel beschäftigte Bümplizer auch Musik? «Ja, ich mag gute Volksmusik, wie die Berner Balkanbrassband Traktorkestar, habe früher selber Schwyzerörgeli gespielt, doch jetzt fehlt mir die Zeit dazu.» Thema Essen und Trinken: Kann denn Bernardo Albisetti auch kochen? Ist er einer dieser Hobbyköche, die am Wochenende stundenlang in der Küche stehen und Gourmetmenus für Freunde kreieren? Er lacht. «Meine Frau findet, sie koche besser als ich. Nichtsdestotrotz mache ich eine wirklich gute Quiche Lorraine – und einen Brassato mit Risotto.» Das Tessin lässt grüssen.

Wir beenden unseren Bümpliz-Rundgang mit der obligaten Frage nach Fitness und Sport. «Findet bei mir draussen statt – im Winter mache ich Skitouren, im Frühling gehe ich auch mal joggen. Ja, und das Velo ist mir sehr wichtig.» Er steigt auf sein Rad, lächelt, winkt mit der Hand und fährt davon – nach Bümpliz-Süd, wo er im eigenen Haus mit grossem Garten seine Familie und die gesammelten Pilze geniesst.

Nicole Amrein

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